Osteuropäische Pflegekräfte erfolgreich einsetzen

Osteuropäische Pflegekräfte erfolgreich einsetzen

Osteuropäische Pflegekräfte erfolgreich einsetzen

Individuelle Pflege und Betreuung von Senioren zu Hause

Ob zeitintensiver Job oder große Entfernungen zwischen den Wohnorten: In den seltensten Fällen können sich Angehörige heutzutage noch selbst um betreuungs- und pflegebedürftige Eltern oder Großeltern kümmern. Gleichzeitig ist die Unterbringung in Pflegeheimen oftmals teuer und von den Senioren selbst nicht gewollt. In diesem Fall können Pflegekräfte für die 24-Stunden-Pflege Abhilfe schaffen.

Die Vorteile der individuellen Pflege zu Hause überwiegen. Doch während inländisches Pflegepersonal rund um die Uhr aus finanzieller Hinsicht kaum zu bewältigen ist, bietet sich auch hier an, osteuropäische Pflegekräfte für die 24 Stunden Pflege anzustellen. Dabei sollte jedoch auf einige Aspekte geachtet werden, damit alle rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten und alle Beteiligten optimal abgesichert werden.

Wie und woher kommen osteuropäische Pflegekräfte zu uns?

Herkunftsländer von osteuropäischen PflegekräftenAls Pflegekräfte kommen überwiegend Frauen zwischen 20 und 60 Jahren aus EU-Ländern Polen, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Ungarn sowie der Slowakei, Slowenien, Lettland, Litauen und Estland zum Einsatz. Sobald das Herkunftsland außerhalb der EU liegt, ist jedoch Vorsicht geboten: Pflegekräfte aus Ländern wie der Ukraine, Russland, Weißrussland oder Moldau dürfen ohne ein Arbeitsvisum nicht in Deutschland beschäftigt werden.

Welche Beschäftigungsmodelle gibt es und welche Risiken bestehen?

Anstellung einer osteuropäischen Pflegekraft per Entsendemodell

Für Osteuropäer gibt es grundsätzlich verschiedene Modelle, als Pflegekräfte in deutschen Haushalten zu arbeiten: Dank europäischer Dienstleistungsfreiheit nach Artikel 49 bis 55 EGV können in Osteuropa ansässige Arbeitgeber nach dem sogenannten „Entsendemodell“ Pflegekräfte nach Deutschland entsenden. Dabei ist die Pflegekraft in ihrem Heimatland angestellt – unterliegt damit jedoch dem Weisungsrecht des jeweiligen Arbeitgebers, d.h. sie handelt prinzipiell nach dessen Vorgaben. Das Entsendemodell ist dennoch die gängigste Variante der möglichen Anstellungsverhältnisse.

Anstellung einer osteuropäischen Pflegekraft auf selbständiger Basis

Neben dem „Entsendemodell“ können osteuropäische Pflegekräfte auch als Selbstständige angestellt werden, wenn sie in ihrem Heimatland ein Gewerbe angemeldet haben. Allerdings birgt dieses Modell die Gefahr einer Scheinselbstständigkeit, wenn die Pflegekraft in nur einem Haushalt beschäftigt ist. Sollte dieser Fall eintreten, müssten dann neben Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern für die gesamte Vertragszeit auch Bußgelder entrichtet werden. Zudem drohen Strafanzeigen und Verurteilungen.

Anstellung einer osteuropäischen Pflegekraft über das Arbeitsamt

Des Weiteren ist auch die Möglichkeit gegeben, einen Arbeitsvertrag direkt mit einer osteuropäischen Betreuungskraft abzuschließen. An dieser Stelle vermittelt die Bundeagentur für Arbeit über die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV). Auf die Auswahl kann jedoch kaum Einfluss genommen werden und der Beginn des Arbeitsverhältnisses kann sich bis auf sechs Wochen hinauszögern. Im Falle einer Kündigung besteht zudem kein kurzfristiger Ersatz. Auch aus finanzieller Sicht ergeben sich aus diesem Modell kaum Vorteile, weil der Vertragsabschluss natürlich den hiesigen Standards gerecht werden muss.

An notwenige Papiere und Mindestlohn gedacht?

Was kosten Pflegekräfte aus OsteuropaIn Deutschland gilt seit 2015 das Mindestlohngesetz (MiLoG): Ein Arbeitslohn von 9,19 € brutto pro Stunde muss eingehalten werden. Das gilt ausnahmslos – auch für osteuropäische Pflegekräfte, die über ausländische Arbeitgeber in Deutschland beschäftigt sind.Hinsichtlich der nötigen Papiere ist allem vor allem auf die sogenannte A1-Bescheinigung (früher E101) zu achten, die die Sozialversicherung der osteuropäischen Pflegekraft bescheinigt und die Zahlung von Sozialabgaben regelt. Das A1-Formular wird im Heimatland von der zuständigen Behörde ausgestellt.

Es muss nicht zu Beginn einer Entsendung vorliegen, sondern kann nachgereicht werden. Allerdings ist dringend auf dessen Beantragung zu achten, da das gänzliche Fehlen bei einer Überprüfung die rückwirkende Entrichtung der entsprechenden Abgaben durch den Arbeitgeber (ggf. den Privathaushalt) zur Folge hätte. Die Gültigkeit der A1-Bescheinigung beträgt in der Regel 1 Jahr.

Osteuropäische Pflegekräfte: Kosten und Pflegegeld-Zuschüsse

Die Kosten für eine osteuropäische Pflegekraft variieren je nach Sprach- oder Fachkenntnissen: Bei guten Deutschkenntnissen und etwa einem Führerschein sowie langjähriger Pflegeerfahrung können bei einer per Entsendemodell angestellten Pflegekraft monatlich bis zu 2700 € anfallen.

Abhängig vom Pflegegrad steht hier das Pflegegeld zur Verfügung. Pflegesachleistungen, mit denen sonst die Leistungen eines Pflegedienstes bezahlt werden, können leider nicht eins zu eins auf osteuropäische Pflegekräfte angewendet werden.

Darüber hinaus können die Kosten in der Regel als „Haushaltsnahe Dienstleistungen“ oder „Außergewöhnliche Belastung“ bei der Steuer angesetzt werden. Dabei liegen die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten z. B. bei 20 % der Dienstleistungsrechnung, bzw. maximal 4.000 € jährlich.

24-Stunden-Pflege als optimale Ergänzung zum ambulanten Pflegedienst

24-Stunden-Pflegekräfte als HaushaltshilfeDie Einordnung in haushaltsnahe Dienstleistungen lässt bereits vermuten, dass die
Aufgabenbereiche einer osteuropäischen Pflegekraft teilweise eingeschränkt sind: Sie umfassen Tätigkeiten im Haushalt sowie Betreuung und Körperpflege. Da medizinische Ausbildungen aus osteuropäischen Ländern im Regelfall in Deutschland nicht anerkannt werden, darf sie keine medizinischen Behandlungen wie Verbandswechsel, Wundbehandlung oder das Setzen von Injektionen vornehmen.

Damit können osteuropäische Pflegekräfte einen ambulanten Pflegedienst optimal ergänzen – in medizinischer Hinsicht jedoch nicht ersetzen. Dennoch bieten sie aufgrund ihres 24-Stunden-Einsatzes eine ganze Reihe von Vorteilen: Oftmals ziehen die Pflegekräfte direkt in die Wohnung des Seniors/der Seniorin ein und können sich sehr flexibel sowie voll und ganz auf die gegebenen Anforderungen einstellen. Es können hinsichtlich Arbeitszeiten (nicht mehr als 40 Stunden pro Woche) individuelle Absprachen mit den Angehörigen getroffen und fürsorgliche Beziehungen aufgebaut werden.

Alle Modelle zur Anstellung osteuropäischer Pflegekräfte auf einen Blick

Selbstständigen-Modell

• osteuropäische Pflegekraft benötigt Gewerbeanmeldung
• Achtung vor Scheinselbstständigkeit: Pflegekraft muss mehr als eine Person pflegen oder betreuen

Arbeitgeber-Modell

• Vermittlung einer Pflegekraft über die Arbeitsagentur (Bereich ZAV) oder Verbände (für Pflegekräfte aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ist keine Arbeitserlaubnis notwendig)
• Arbeitgeber ist selbst verantwortlich für Arbeitsvertrag, Lohnabrechnung, Schichtpläne, steuerliche Erfassung, etc. (Achtung: Mindestlohn und wöchentliche Arbeitszeit)

Entsende-Modell

• Vertrag wird mit inländischer Vermittlungsagentur geschlossen
• Pflegekraft ist im Heimatland angestellt, gemeldet und sozialversichert (Nachweis der A1 notwendig)

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